ehemaliges Lager- und Bürogebäude mit Abwartwohnung, erbaut 1957–1959
Der neue Baudienststützpunkt umfasst drei Geschosse. Im Erdgeschoss entstanden eine kompakte Werkstätte für Unterhalts- und Reparaturarbeiten sowie Lagerräume für Geräte und Material. Zusätzlich wurden im Erdgeschoss und in den Obergeschossen Gewerbeflächen zur Vermietung integriert, die über die Halböffentlichen neuen Treppenanlage erschlossen wurden. In den oberen beiden Geschossen wurden Büros, sowie Aufenthalts- und Sitzungsräume des Baudienstes eingerichtet. Die flexible Raumgestaltung ermöglicht sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Austausch und Zusammenarbeit.
Mit der Sanierung konnte nicht nur die funktionale Organisation des Baudienstes verbessert, sondern auch die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Dazu zählen energetische Optimierungen wie moderne Wärmedämmung, effiziente LED-Beleuchtung und eine angepasste Haustechnik. Durch die zentrale Lage am Bahnhof ist der neue Stützpunkt optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden und bietet einen zukunftsfähigen Arbeitsort für den Baudienst Bern.
Das Gebäude präsentiert sich als schlichter, kubischer Baukörper in Eisenbetonkonstruktion mit Backsteinmauerwerk und Betonflachdach. Die unprätentiöse Architektur ist mit zeittypischen, stilistischen Mitteln sorgfältig durchgestaltet und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Zwillingsbau ein wichtiges raumgliederndes Pendant zum schützenswerten Verteilzentrum auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnlinie.
Gestaltung und Fassade
Im Zuge der Sanierung wurden punktuelle Eingriffe in die Gebäudehülle vorgenommen, um die Belichtung der Innenräume zu verbessern. Die Längs- und Kurzfassaden erhielten dabei eine unterschiedliche Behandlung, während die zweiseitige Ausrichtung des Gebäudes beibehalten wurde.
An den Längsfassaden wurden die durchgehenden horizontalen Fensterbänder in ihrer Aufteilung leicht verändert und durch neue Elemente ersetzt. Vereinzelt wurden Fenster pro Rasterfeld vergrössert – ein Gestaltungselement, das auch beim Zwillingsbau Anwendung findet. An den Kurzfassaden hingegen erfolgte lediglich der Ersatz der bestehenden Fenster ohne weitere Öffnungen. Diese zurückhaltende, aber gezielte Vorgehensweise stellt sicher, dass das Gebäude heutigen Anforderungen an Nutzung und Komfort entspricht, ohne dabei seine identitätsstiftenden Merkmale oder den gestalterischen Bezug zum Zwillingsbau zu verlieren.
Bauherr: BLS AG / Status: Fertiggestellt / Jahr: 2023/ Art: Infrastruktur / Standort: Bern BE / Planung und Bau: 2019-23 / Fotos: Thomas Telley Architektur-Fotografie & L2A