Schulhaus Moos Matten b. Interlaken

Architektonische Auffrischung eines Altbaus

Im Zentrum des Projekts steht das Moos Schulhaus in seiner vom dem Baumeisters Karl Bühler 1906/07 intendierten Form. Architektonisch und ortsbaulich ist der Bau von hoher Qualität; er hat sich funktional und bautechnisch während eines ganzen Jahrhunderts bestens bewährt. Er ist einer der grössten, imposantesten Vertreter seiner Zeit auf dem Bödeli.

Das Projekt verzichtet auf markante Eingriffe und ein plakatives Hervorheben der notwendigen Transformation. Es spürt vielmehr die vorhandenen, teilweise überdeckten und verlorengegangenen Qualitäten auf, bringt sie wieder zur Wirkung und adaptiert den Bau und seine Umgebung mit wenigen, klar erkennbaren, aber zurückhaltenden Massnahmen für die heutigen Bedürfnisse.

Pro Geschoss wurden die jeweils 4 Klassenräume mit zwei gut situierten Gruppenräumen ergänzt. Im Innern sollten die Räume hell und nutzerfreundlich sein. Mit wenigen Farben wurden Akzente gesetzt, ansonsten ist die Farbgebung zurückhaltend, so dass es Raum und Platz hat für die Nutzer und ihre Arbeiten. Die notwendigen Eingriffe in die Tragkonstruktion des Gebäudes begrenzen sich auf den Einbau eines Aufzugs und Massnahmen zur Erhöhung der Erdbebensicherheit. Das Raumprogramm wird unter Beibehaltung der originalen baulichen Raumstrukturen organisiert. Das ganze Gebäude wurde im Rahmen der Sanierung behindertengerecht erschlossen.

Die Fassaden mit den Fensterteilungen wurden in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt. Die stimmige, epochengerechte Farbgebung verstärkt die plastische Wirkung des Baukörpers. Ergänzt wurde das Gebäudekonglomerat mit einer Pausenhalle und einem zusätzlicher Veloabstellanlage.

Mit der energetischen Sanierung der Gebäudehülle wird der Minergie-Standard erreicht.

 

Bauinventar: K-Objekt, erhaltenswert

Fotografie: L2A Architekten AG

Bauherr: Gemeinde Matten  / Status: Realisiert / Jahr: 2011 / Art: Bildungsbauten / Standort: Matten b. Interlaken BE / Planung und Bau: 2007-11